Zurück aus der Steinzeit!
Das gibt´s doch nicht. Da sitze ich noch da und denke darüber nach, was ich als nächstes verbloggen könnte, schon ist es passiert:
Internet und Telefon sind tot! Und das an einem Sonntag!
Der Supergau! Für mich als Internet-Nerd ist das die Hölle. Erst, wenn so etwas passiert, merkt man wie viele Apps und Programme auf das Internet zugreifen.
E-mail, mein Musikdienst Simfy, selbst iTunes streikt bei einigen Alben, weil sie in der Cloud liegen und nicht auf meinem Mac. Soviel zum Thema Onlinespeicher. Keine Wetteranzeige mit Weather HD, der Reeder ist auch tot. Online spielen fällt auch flach!
All die Dinge, die einem selbstverständlich erscheinen, sobald man den Computer anmacht, sind plötzlich nicht mehr da oder nur eingeschrenkt nutzbar.
Mit dem Handy habe ich dann mal die Störungsstelle angerufen, aber wie oben schon geschrieben ist ja Sonntag und somit wird da heute nicht mehr viel passieren.
Also was macht man, wenn man mal nicht online kann?
- Fernsehen? Da läuft nix.
- Lesen? Tagsüber habe ich da keine Ruhe für.
- Playstation? Keine guten Offline Spiele.
- Filme und Serien anschauen? Das wäre schon eher was.
Aber was? Die meisten Filme die wir da haben kenne ich schon. Zur Videothek? Ich habe eine Online, dass heißt im Moment ja grad nicht und draußen sind Minus 50 Grad! Da bin ich tot bevor ich bei der Videothek ankomme.
Nein nein, es ist schon schwer genug sich abends über was einig zu werden, wie soll das denn erst laufen, wenn das tagelang so geht?
Vieleicht ja so:
Frustriert schaue ich auf mein iPhone. Und da schlägt es wie ein Blitz in meinen Kopf ein:
“Persönlicher Hotspot!”
Hast du doch extra diesen Tarif gewählt, nicht weil man ihn braucht, sondern weil man(n) ihn mal brauchen könnte.
Jetzt ist er gekommen dieser Moment!
Ich fühle mich wie Artus, als er Excalibur aus dem Stein zieht.
Ok, ist nicht Artus mit Excalibur. Aber der He-Man Clip transportiert das Gefühl besser als der hier:
Systemeinstellungen – Persönlicher Hotspot – Aktivieren – Passwort vergeben – Fertig!
Jetzt der Mac!
Netzwerke suchen – iPhone auswählen – Passwort eingeben – Fertig!
Die Vereinigung wird in Form von zwei ineinander greifenden Ringen besiegelt und auf dem iPhone Display erscheint in Laserschwertblau ein Balken am oberen Bildschirmrand.
“persönlicher Hotspot: 1 Verbindung!”
Bis das die Akkulaufzeit euch scheidet!
Browser an, Google erscheint!
Sieg!
Sieg auf der ganzen Linie! Endlich, nach Stunden der Qualen bin ich wieder Online!
Und die Moral von der Geschichte?
Die ganze Welt ist vernetzt. Computer, Fernseher, Handys, Kühlschränke, Kaffee- und Waschmaschienen, das Auto…
Wenn dann mal die Verbindung gekappt wird, ist es als würden wir zurück in die Steinzeit katapultiert. Der heutige moderne Mensch ist so abhängig vom Internet, den Social Networks und seinen “Online Freunden”, dass manche die Wirklichkeit vollkommen ausblenden. Anstatt sich mit dem Gegenüber zu verbal unterhalten, schreibt man sich lieber Twitter- oder Textnachrichten und postet seinen aktuellen Standort auf Facebook und Foursquare.
So ein keiner “Cut” von diesen Medien hat mir gezeigt, dass ich viel zu sehr davon abhängig bin. Natürlich gebe ich jetzt nicht gleich alles auf. Aber etwas hier und dort sollte reichen, um mal etwas Abstand zu bekommen.
Ich hatte in letzter Zeit immer wieder mal Phasen, wo meine Kreativität blockiert war, vielleicht ja von dem Überangebot aus dem Netz. Jetzt weiß ich endlich wieder wie ich sie zurück bekommen kann. Wenn ein paar Stunden ohne ausreichen um diesen Text hier zu schreiben, wer weiß was passiert wenn ich das nächste mal “abschalte”.


